Gestern abend hab ich mich mit zwei ehemaligen Kollegen zum Essen getroffen, und zum "Geiselaustausch" - wir hatten einander Bücher geliehen, und jetzt hab ich meine heißgeliebte, abgestoßene "Besternte Ernte", den köstlichen "Letzten Abenteurer", und das allerliebste Kinderbuch "Ich komm dich holen" wieder hier, um sie ordentlich in einen Karton zu packen.
Es war ein richtig netter Abend, wie immer, wenn wir uns treffen (das machen wir so alle drei Monate) - wir haben über die Firma gelästert, übers Internet gefachsimpelt, und Geschichten über das Silicon Valley, über Männer, Frauen, schnelle Autos und den Rettungsdienst ausgetauscht. Sascha hat seinen Zivildienst beim Roten Kreuz gemacht und sich zum Rettungssanitäter ausbilden lassen, und arbeitet immer noch das gelegentliche Wochenende als Rettungssanitäter.
Praktisch, mit einem Sani unterwegs zu sein, oder? Wenn man tot umfällt, weiß der gleich, wie man wieder zu reanimieren ist. Bricht einem vielleicht das angelegentliche Rippchen, aber hey! so geht das halt im Eifer des Gefechts.
Wir haben uns in der Villa Flora getroffen, wo ich noch nie gewesen war - hatte nur davon gehört, und zwar meistens nicht mal im Zusammenhang mit Essen, sondern mit der Tatsache, daß die Villa Flora in der Hansastraße ist.
Schön war's da. In der Villa Flora mein ich. In der Hansastraße nich so - da ist nämlich der Münchner Straßenstrich. Als ich nachher zur U-Bahn gegangen bin, hab ich die diversen Damen gesehen, die in ihren Autos auf Kundschaft warteten. Und ein paar Meedels standen autolos am Straßenrand. Scheißjob, oder, mit engen Jeans und hohen Hacken in der Kälte rumstehen?
Aber zurück zur Villa Flora. Kann ich empfehlen. Nette Atmosphäre, freundliche, aufmerksame Bedienungen und gutes Essen. Lothar empfahl mir, unbedingt die Toilette aufzusuchen, und erzählte mir Details von der Damentoilette.
Äääähh ... wieso er sich so gut auf der Damentoilette auskenne, wollte ich wissen, und er sprach, das verstünde ich dann schon, wenn ich's gesehen hätte.
Und tatsächlich - des Rätsels Lösung ist, daß an den Waschbecken, zwischen zwei großen Spiegeln, ein Fenster angebracht ist, und man also von der Herren- zur Damentoilette rübergucken kann. Fällt gar nicht auf. Schön gemacht.
Keine Sorge, man sieht nix Anrüchiges. Nur den gegenüberliegenden Händewascher.
Und jetzt zitier ich noch grad aus der Besternten Ernte, die Durchsage:
In Mannheim stand ein Automat
um die Jahrhundertwende,
der jeden an das Schienbein trat,
der dafür zahlte. Ende.
Schön, oder? Ich liebe die Neue Frankfurter Schule.
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